Do Khyi- Tibet Mastiff-Tibet Dogge   hier der Rassestandard

Stewart London 1832

Expedition Nouc im Himalaya 1979

Siring London 1881

In den Weiten der Tibetischen Hochebene und in den angrenzenden Regionen des Himalaya leben wachsame  Hunde von imposanter Erscheinung, die in ihrem Phänotyp übereinstimmen, in Größe, Körperbau, Fellstruktur und – Farbe jedoch divergieren. Sie beschützen den unmittelbaren Lebensraum der Nomaden und die Ansiedlung der Bergbewohner, sowie deren Vieherden und sie erfüllen Ihrem Naturell entsprechend, selbstständig und zuverlässig die ihnen übertragene Aufgabe.

Die Tibeter bezeichnen sie als Do Khyi, wobei Khyi die generelle Bezeichnung für Hund ist und Do so viel wie“ angebunden sein“ bedeutet. Die Tibeter unterscheiden dabei nochmals zwischen Tsang Khyi, den mächtigen, knochenstarken Hunden und dem kleineren, leichteren Schlag, den Apso Khyi, die überwiegend im südlichen Himalaja beheimatet sind.

Das raue Klima, die unwirtschaftlichen Lebensbedingungen und die damit verbundene natürliche Auslese haben auch den Do Khyi geprägt. Nur die gesündesten, und anpassungsfähigsten Hunde konnten überleben und sich fortpflanzen. Ebenso wie sein Äußeres wurde auch sein Naturell durch die stille, karge Landschaft mit ihren tiefgläubigen Menschen geprägt. Seine herausragenden Charaktereigenschaften sind seine unerschütterliche Sturheit, sein phänomenales Gedächtnis, seine hervorragende Beobachtungsgabe uns seine wache Zurückhaltung denn seine Gunst verschenkt der Do Khyi nicht freizügig, sondern „wohl überlegt“.

Der Do Khyi ist als Rasse seit fast 30 Jahren in Europe und Amerika bekannt. Obwohl wir in einer hochtechnisierten Gesellschaft leben, die sich immer mehr von der Natur entfern, ist es ihm gelungen sich anzupassen ohne seine charakteristischen Wesenszüge abzulehnen.

Er ist ein sehr intelligenter, feinfühliger und unaufdringlicher Hund, der weder scheu noch Ängstlich ist. Trotz seiner ausgeprägten Eigenständigkeit sucht er die Nähe des Menschen. Dort wo das Leben seiner Familie pulsiert, findet man ihn, ruhig dabeiliegend und alles beobachtend. Lassen sie sich nicht täuschen, ein noch so gelangweilter oder träge wirkender Do Khyi kann sehr schnell sein, sobald ihm etwas verdächtig erscheint und manchmal scheint ihm das Geringste verdächtig. Eindringlinge wird er stoppen, sie hinein, aber sicherlich nicht wieder hinaus lassen.

Do Khyi gehören zu den langsam heranreifenden Rassen. Die Hündinnen, die in der Regel nur einmal im Jahr während der Wintermonate läufig werden, sind etwa mit drei bis vier Jahren ausgereift, und Rüden brauchen um ein gutes Jahr länger, bis sie charakterlich gefestigt sind. In diese Entwicklungszeit durchlebt er mehrere Phasen, in denen er sehr empfindlich ist, vorsichtig und manchmal auch ängstlich wirkt. Niemals darf in diesem sensiblen Lebensabschnitten hart mit ihm umgegangen werden. Übertriebene Härte und willkürliche Bestrafung werden aus ihm ganz schnell einen verhaltensgestörten und problematischen Hund machen. Mit besonnener und bestimmter Konsequenz, Humor und unermüdlicher Ausdauer erziehen sie erfolgreich einen Do Khyi, Niemals jedoch sollte Ihre Rolle als Rudelchef oder Rudelchefin in Frage gestellt sein.

Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass er sich sehr wohl zum angenehmen Familienhund  führen lässt. Die Voraussetzung für eine gute Entwicklung sind, die Einbindung in die Familie und eine Beschäftigung in Einklang mit seinem Naturell und seinem Umfeld, die ihn nicht untätig oder einsam werden lässt, zu finden. Ein so sozialisierter Do Khyi wird seine Aufgaben als Begleiter und Wächter ruhig und zuverlässig ausführen ohne jemals aggressiv zu sein oder unangenehm aufzufallen. Werden seine grundlegenden Bedürfnisse jedoch ignoriert, indem es isoliert oder permanent an der Kette leben muss, wird er seelisch verkümmern und entweder vereinsamt sterben oder äußerst gefährlich werden.

Falls sie bereit sind, sich auf das Abenteuer Do Khyi einzulassen, werden sie erleben, was für ein besonderes Ereignis es werden kann Ihren Do Khyi aufwachsen zu sehen, mit ihm als erwachsener Hund zusammenleben und im Alter seien würdevolle Ausstrahlung und Souveränität zu genießen. 

(I.Brill-Walch)